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Ein Gegenstand lässt vermuten,
dass es andere hinter ihm gibt

René Magritte

Ja, es gab eine Zeit, da Worte die Dinge erschufen und untrennbar mit ihnen verbunden waren. Doch spätestens nach Babel, dem 2. Sündenfall, verloren die Worte die Beziehungen zu den Dingen, die ihnen immer wieder ausrissen oder verendeten, ohne dass die Worte ihnen folgen konnten. Eine falsche Welt entstand. Eine Welt, die den Traum ignoriert, den Zufall, das Gefühl und den Widerspruch. Eine Welt, die mit krankhafter Manie alles zu durchdringen sucht und die Imagination zu einem "das darfst Du nicht denken" herabmindert. Doch sei’s drum: Hilfe naht!

Mateng Pollkäsener, Hans König und Wolfgang Suchner, Brüder im surrealistischen Geiste, stellen die Welt für knappe zwei Stunden wieder auf die Füße. In der neuen Produktion der drei Schauspieler und Multi-Instrumentalisten geschehen Dinge, für die es keine Worte gibt.
Wortbrot & Fischgesang feiert das Gespräch, das die Sprechenden in halluzigene Traumlandschaften entführt, wo diese sich verwirren und erst wieder herauskommen, als eine neue Sprache gefunden ist: Sie stoßen auf „Gottes letzten Grund“ im Rachen eines Raubtieres und entdecken Buddhas Bude in Harvesterhude. Zwischen den surrealen Bild- und Tonkontrasten lacht sich das Publikum um die Besinnung und es dringt zu Tage, was bis dato unsagbar, aber umso mehr zu fühlen war: In den Aktionen, Musikstücken und Szenen vermittelt sich das tiefe Verständnis, dass im näselnden Keuchen eines gefallenden Platzhirschen mehr Klarheit und Sentimentalität liegt, als in allen Bibliotheken unserer Welt.

Wortbrot und Fischgesang ist Erkenntnistheorie und Rock’n Roll, es ist großes Theater und ein Pfund Zwiebeln. Es schenkt unvergessliche Bilder, Lieder und goldene Tage. Endlich!


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